Gespräche mit Selbst, in Textform.
Assimilation und Erkenntnisfindung durch frei ausgedrückte Gedankengänge.

 

Ja, die Ansicht, die Idee, das Verlangen, das Bestreben, das Suchen… in äußeren Wahrheiten, Weisheiten, Erkenntnissen, Meinungen… sind nichts weiter als Ideen, Meinungen, Konzepte, Systeme und vielleicht Optionen. Die wahre Kunst – aus meiner Sicht, meiner Idee, Konzept, Illusion, Möglichkeit, meiner Meinung, ist das gegensätzliche, dualistische Abtasten von zwei verschiedenen Instanzen, Konzepten, Meinungen – also ein Extrakt, des Umfassenden – ohne Kompromiss, sondern völlig selbstfrei – was wieder in sich dieses abstrakte birgt – zu ergründen. Also wenn das eine behauptet “Rot ist die Erlösung” und das Selbstbild, die eigene Wahrnehmung, sagt “Blau ist die Erlösung”, dann könnte daraus sozusagen die Erkenntnis Lila sein, die ja Blau und Rot beinhaltet. Also beide Seiten auf nichts verzichten müssen aber darin, vielleicht, eine Synthese erleben. Und dadurch einen achtsameren oder vielleicht einen konstruktiveren Umgang miteinander schaffen.

 

Aus was wir Bestehen ist … nur aufgeteilt, differenziert beschreibbar, denn wie auch immer wir etwas beschreiben und Aufteilen, ist es ja schon nicht mehr das Ganze sondern nur ein Teil von dem, was wir ausdrücken können. Wenn ich sage “wir sind Körper”, dann ist das vielleicht korrekt. Jemand anderes sagt “wir sind Geist”, dann ist das vielleicht korrekt. Dadurch werden Überbegriffe gebildet wie zum Beispiel: Mensch oder Wesen oder Lebewesen oder lebendiges Gewebe mit Bewusstsein. Aber was all diese Worte im Detail dann sind, das braucht alleine, für jedes Wort, schon ein Leben zum Erfassen. Wie kann man dann also als Lebewesen, als Mensch, als Gewebe mit Bewusstsein, als Geist, als wie auch immer – you name ist – in die Findung treten und sich aus der Suche herausbewegen; ohne dabei etwas aufzugeben und ohne dabei etwas neues, etwas anderes, etwas (vielleicht) unpersönliches, etwas befreiendes zu finden  – also, etwas, dass man noch nicht war oder nicht ist oder noch nicht erkannt hat.

 

Und klar kann man das hier aus verschiedenen Sichtweisen sehen: aus einer naturwissenschaftlichen Sicht – eben das wir aus Partikeln bestehen, aus Teilchen, aus Atomen. Man kann dann das aus einer moderneren Wissenschaft versuchen zu analysieren – durch Quantenmechanik, durch Beobachtung, durch Dualismus, durch Biologie, durch Metaphysik etc. Man kann das auch durch Geisteswissenschaften, durch, zum Beispiel: Spiritualität, durch Interpretation von alten und neuen Texten, durch eben Systeme, durch Coachings, durch Analysen… beschreiben, aber nie gänzlich erfahren. Denn wenn ich mich, als was auch immer “ich” bin – wenn es überhaupt ein “ich” gibt; das sei bitte in Frage gestellt – frage, dann bin ich der Ansicht, dass dieses Erfahren und dieses Erleben nur im Wort selbst existiert. Nämlich im Erfahren und im Erleben. Vielleicht befindet sich hier das Lila-Werden, im Bezug zu dem Farbenbeispiel. Nämlich, dass der Ursprung, also das “Sein”, an sich – auch wenn das ein sehr komplexer Begriff ist – das “Sein” mit sich bringt. Also unbegrenzt-begrenzt, ewig-vergänglich, beides jederzeit beinhaltend aber dennoch… getrennt-wahrnehmend. Eine Differenzierung des Gesamten um das Gesamte dadurch wieder zu erkennen… zu erleben, zu erfahren, zu fühlen, zu spüren, wahrzunehmen – als wahr anzunehmen – bis zum nächsten Moment der Erfahrung… des erlebten, des erlebens, des gelebten…

 

Was bleibt mir dann, als das was ich bin, übrig? In erster Linie ein Pool, ein Sammelsurium, an Glaubenssätzen, Ideen, Möglichkeiten, Zweifeln, Ängsten, Wünschen, Visionen – die als Gesamtbild, als Komposition, mit ewig-wechselnder Perspektive, ein ewig zerfallendes und neu aufbauendes ICH ergeben. Ein ICH das aus ein, zwei oder mehreren Teilen besteht und sich immer wieder auf’s neue erfindet – ohne meinen eigenen Beitrag. Man könnte also sagen: Es gibt eine Art Determinismus, eine Art Bestimmung, eine Art Nicht-Freien-Willen, der den freien Willen beinhaltet, um diesen Nicht-Freien-Willen zu erfahren… um daraus auf die Konklusion zu kommen, dass der freie Wille sehr wohl auch existiert.

 

So muss die Antwort lauten, dass es keine Antwort gibt, denn die Antwort ist, dass es keine Antwort gibt. Ein ewiges in sich selbst hineinfallen… und festhalten.

 

Ein Erleben. Ein Leben. Das Leben. Leben.

 

Fred, Mai 2019

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6. Mai 2019

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